Montreal Holocaust Museum
Konzept
Der Entwurf basiert auf der architektonischen Figur der Wand als räumliches und symbolisches Element. Wände können begrenzen, strukturieren und trennen, tragen jedoch zugleich historische und kulturelle Bedeutungen. Im Kontext des Holocaust steht die Wand für Einschluss und Erinnerung. Zwei massive Backsteinwände strukturieren das Gebäude und rahmen die Räume des Museums. Durch gezielte Öffnungen wird das eigentlich trennende Element zugleich zu einem verbindenden – ein Gleichgewicht zwischen Abgrenzung und Öffnung, das eine konzentrierte Auseinandersetzung mit den Inhalten ermöglicht.
Städtischer Kontext
Das Gebäude schließt eine bestehende Lücke im städtischen Gefüge entlang des St. Laurent Boulevard in Montreal. Die Fassade greift die typischen Parzellenstrukturen der Umgebung auf und integriert Erinnerungen an die zuvor auf dem Grundstück stehenden Gebäude durch abstrahierte Fassadenöffnungen. Gleichzeitig nimmt die Struktur der Öffnungen Bezug auf Motive der jüdischen Kultur und verbindet so lokalen Kontext und historische Symbolik.
Raumprogramm
Eine zentrale Backsteinwand zieht sich durch alle Geschosse und bildet das räumliche Rückgrat des Museums. Das Erdgeschoss enthält Bildungs- und öffentliche Bereiche sowie einen zentralen Agora-Raum als räumliches Zentrum. Die permanente Ausstellung im Obergeschoss folgt einer zirkulären Besucherführung. Ein Dachgarten mit Café und Shop bildet den Abschluss des Rundgangs und öffnet das Museum wieder zur Stadt.
Atmosphäre und Materialität
Eine äußere Backsteinhülle bildet einen Übergangsraum zwischen Stadt und Museum. Gefiltertes Tageslicht, transluzente Materialien und räumliche Schichten schaffen eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre für Erinnerung und Reflexion.